„Eigentlich müssen wir als Lehrpersonen ‚menschilan tian‘.“

Damit Schule allen gut tut - Gespräch mit Magdalena Harrasser, Grundschullehrerin, Pfalzen

Frau Harrasser, Sie haben über zwei Jahre lang die Fortbildungsreihe mit dem Schwerpunkt Beziehungskompetenz besucht. Hat sich der Aufwand gelohnt?
Beziehungskompetenz ist die Voraussetzung für das Unterrichten und gehört in die Grundausbildung der Lehrpersonen. Da muss man ganz viel investieren, dafür ist mir kein Aufwand zu groß. Weil die Persönlichkeitsbildung einer Lehrperson hat sehr wohl Auswirkungen auf ihr Umfeld.

Hände voller Farbe berühren sich in der MitteWie wirkt sich Ihre Persönlichkeit auf das Umfeld aus?
Ich bin sehr offen und habe gelernt, den Kindern mitzuteilen, wie es mir geht. Die Kinder merken ja, ob ich gut aufgelegt bin oder schlecht. Wieso kann ich das nicht auch als Lehrkraft sagen? Das macht uns doch total menschlich! Die Kinder reagieren einfühlsam: Heute müssen wir ganz brav sein, weil der Lehrerin geht es nicht so gut.

Man muss seine eigene Gemütsverfassung also ernst nehmen?
Ich muss empathisch mit mir selbst sein, sonst kann ich auch mit anderen nicht empathisch sein. Wenn ich merke: Jetzt muss ich eine Pause einlegen, es geht nichts mehr weiter, dann profitieren auch die Schüler davon. Durch Achtsamkeitsübungen wie bewusst zu atmen oder die Hand auf das Herz zu legen, bin ich wieder ganz bei mir.

Wie bauen Sie eine gute Beziehung zu Ihren Schülern auf?
Ich rede viel mit den Kindern – das habe ich immer schon. Ich mache zum Beispiel vor dem Elternsprechtag einen Kindersprechtag. Da checke ich mit den Kindern ab: Was sagen wir den Eltern eigentlich? Wir schauen vor allem auf das Positive. Auch unsere Klassennachrichten fördern die Beziehungsfähigkeit. Manchmal steht da nach der Pause: Niemand hat mit mir gespielt. Dann melden sich Kinder und fragen: Soll ich mit dir spielen? Was sehr wohltuend für alle ist, ist einfach mal hinzuhören.

Was heißt das für Sie – hinhören?
Ich sage: Jetzt redest du mal, ich gebe dir die Zeit dafür. Denn das ist es: Es will im Grunde jeder einfach nur verstanden werden. Das Kind hört in sich hinein, indem ich es reden lasse. Wir müssen in die Beziehung gehen, alles andere kommt dann fast von alleine.

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