Erinnerungskultur in Niederdorf und Prags

Seit mehr als 20 Jahren gibt es im Hochpustertal eine intensive Auseinandersetzung mit einem bemerkenswerten zeitgeschichtlichen Ereignis: der Befreiung von prominenten SS-Geiseln in Niederdorf und am Pragser Wildsee. Mit angestoßen wurde diese Erinnerungskultur vom Bildungsausschuss Niederdorf.

Kurz vor Kriegsende 1945 traf in Niederdorf ein Transport von 139 Sippen- und Sonderhäftlingen aus dem KZ Dachau ein. In einer überstürzten Aktion verschleppte ein Sonderkommando der SS die Häftlinge ins Hochpustertal, um sie für Verhandlungen mit den Alliierten als Pfand einzusetzen. 

Unter den Gefangenen befanden sich der ehemalige österreichische Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg mit Ehefrau und kleiner Tochter oder Familienangehörige des Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der 1944 das Attentat auf Adolf Hitler verübt hatte. Doch der Plan der SS scheiterte. Nach ihrer Befreiung auf dem Niederdorfer Hauptplatz wurden die Menschen im Hotel Pragser Wildsee untergebracht und von Hotelbesitzerin Emma Heiss-Hellenstainer, einer Enkelin der berühmten Gastwirtin „Frau Emma“, versorgt. Im Jahr 2005 kehrten erstmals im Rahmen des Aufarbeitungsprojekts „Rückkehr ins Leben“ sieben ehemalige SS-Geiseln zu einer großen Gedenkfeier ins Hochpustertal zurück.

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