"Fortbildung in Beziehungskompetenz? Das sollten alle Lehrer machen!“

sagte eine Schülerin der Mittelschule Olang

Damit Schule allen gut tut - Gespräch mit Karin Niederwolfsgruber, Lehrperson für Technik, Mittelschule Olang

Frau Niederwolfsgruber, die Fortbildung mit dem Fokus auf die Beziehungskompetenz in der Schule hat sich über zwei Jahre erstreckt. Was hat Sie angesprochen?

Mich hat vor allem angesprochen, dass die Fortbildung nicht fachspezifisch, sondern persönlichkeitsbildend war. Ich habe im Laufe der Jahre als Lehrerin immer mehr auf Disziplin geachtet als auf die Beziehungen in der Klasse. Ich wollte es wieder besser machen und habe mich gefragt: Wie trete ich auf, dass es für alle passt in der Klasse?

Wie treten Sie jetzt als Lehrerin auf?

Ich habe bei mir eine große Veränderung bemerkt. Ich stehe selbstbewusster vor der Klasse – und ehrlicher. Ich spreche die Sachen direkt an, gleich in dem Moment – und merke einfach: Das bringt’s. Vorher habe ich Konflikte eher ignoriert, ausgesessen. Oder ich habe sie mit nach Hause genommen und in der Nacht davon geträumt.

Kinder im KlassenraumWie reagieren die Kinder darauf, wie Sie die Konflikte ansprechen?

Die Kinder verstehen gut, wenn ich klar formuliere und sage: Ich mag das nicht, wenn du störst. Wir haben uns viel mit persönlicher Sprache beschäftigt im Kurs. Es macht etwas aus, wie ich die Sätze formuliere und mit welchem Nachdruck ich etwas sage. Ich kommuniziere nun ganz klar, was ich möchte und wie ich etwas empfinde – das ist etwas, was ich selber nicht von mir erwartet hätte. So wissen die Kinder, was mir wichtig ist.

Sie haben also „Werkzeuge“ dafür erhalten, wie Beziehungen besser gelingen können?

Genau. Ich habe damals fürs Unterrichten nur den Studientitel gebraucht, aber nichts Pädagogisches. Dabei bräuchte es das viel mehr! Denn die Schule tut sowohl den Lehrpersonen als auch den Kindern nicht immer gut. Als ich in einer meiner Klassen gesagt habe, dass ich diese Fortbildung mache, sagte eine Schülerin: Fortbildung in Beziehungskompetenz? Das sollten alle Lehrer machen!

Was braucht es also, damit Schule allen gut tut?

Es braucht kein riesiges Fachwissen, sondern eine gute Beziehung auf einer passenden Ebene – passend für alle.

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