"... genau dieses Persönliche braucht es in der Schule"

„Man übertritt da eine Schwelle, es wird persönlich, aber genau dieses Persönliche braucht es in der Schule.“ - Damit Schule allen gut tut

Gespräch mit Katja Mair, Fachlehrerin im Bereich Service, Landeshotelfachschule Bruneck

Frau Mair, was war Ihre Motivation, sich zwei Jahre lang im Bereich Beziehungskompetenz fortzubilden?
Mir hat gleich der Titel so gut gefallen: Damit Schule allen gut tut. Dieses „allen“ fand ich gut, dass einfach das Miteinander gut funktioniert. Ich habe mit diesem Kurs verstanden, dass es gut ist, mich so zu geben, wie ich bin. Viel dazu beigetragen hat aber auch unsere Direktorin Marlene Kranebitter. Sie ist selbst total authentisch und gerade bei allem, was Beziehungen anbelangt, sehr offen und kompetent.

Sie haben also an Ihrer Schule einen starken Rückhalt in dieser Hinsicht?

Ja, und das macht für mich den ganzen Tag anders. Ich muss nicht diese klassische Lehrerrolle von früher erfüllen, die sicherlich niemandem gut getan hat. Ich gehe in die Klasse hinein und bin auch offen für persönliche Dinge. Damit kommt man auf ein ganz anderes Gesprächsniveau – man kommt auf die Beziehungsebene.

Was bedeutet das konkret?
Wenn ich merke, einem Schüler geht es heute nicht gut, dann gehe ich zu ihm hin und frage ihn, ob er darüber reden mag. Das hätte ich mir vorher nie angemaßt. Man übertritt da eine Schwelle, es wird persönlich, aber genau dieses Persönliche braucht es in der Schule. Einer meiner Schüler hat sich Sorgen gemacht wegen der Prüfungen, aber sich nichts getraut zu sagen. Erst durch mein empathisches Nachfragen kam das heraus.

Man braucht also ein gutes Gespür für den einzelnen Schüler.
Es ist das Wichtigste für die Menschen, dass sie gesehen werden. Empathie ist eine Art Wertschätzung. Ich benutze viel die persönliche Sprache, die wir im Kurs gelernt haben. So fühlt sich mein Gegenüber wertgeschätzt und verstanden.

Was macht für Sie Beziehungskompetenz aus?
Bei mir zu sein, meine Grenzen zu kennen und zu wahren, mich gleichzeitig aber auch in andere hineinversetzen können. Ich stelle Problemen nicht mehr aus, sondern gehe direkt darauf zu – und suche das Gespräch. Was das angeht, bin ich durch den Kurs viel kompetenter geworden.

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