Niemals Gewalt!

Jedes Jahr am 10. Dezember wird in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen.

Eine Frau, die ihr Leben lang eine starke Stimme für die Rechte der Kinder war und die Gewalt an Kindern stets verurteilt hat, hätte diesen Preis zweifelsohne verdient: die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren.

Am 22. Oktober 1978 wurde Astrid Lindgren in der Paulskirche in Frankfurt am Main der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Beinahe wäre es bei der Verleihung zu einem Eklat gekommen, denn Astrid Lindgren wollte in ihrer Rede die – zu jener Zeit übliche – Gewalt an Kindern verurteilen. Das Komitee forderte sie auf, den Text zu verändern. Sie aber hat diese Rede gehalten. Damals ein wegweisender Schritt hin zu einer Erziehung ohne Gewalt.

2 Jungs sitzen nebeneinander„Jenen aber, die jetzt so vernehmlich nach härterer Zucht und strafferen Zügeln rufen, möchte ich das erzählen, was mir einmal eine alte Dame berichtet hat. Sie war eine junge Mutter zu der Zeit, als man noch an diesen Bibelspruch glaubte: ‚Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben.‘ Im Grunde ihres Herzens glaubte sie wohl nicht daran, aber eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte – die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr dann bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: ‚Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen.‘ Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. Das Kind musste gedacht haben, meine Mutter will mir wirklich weh tun und das kann sie ja auch mit einem Stein. Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme und beide weinten eine Weile gemeinsam. Dann legte sie den Stein auf ein Bord in der Küche und dort blieb er liegen als ständige Mahnung an das Versprechen, das sie sich in dieser Stunde selber gegeben hatte: niemals Gewalt!

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