Schau hin!

„Keine Prävention ohne Aufarbeitung ist das aktuelle Leitwort, mit dem sich die Kirche insgesamt auseinanderzusetzen hat.“

Gottfried Ugolini

Die Haltung der Kirche zur sexualisierten Gewalt in den eigenen Reihen und in der Gesellschaft insgesamt kann nur sein, dass es endlich Konsequenzen gibt: Mit ihrem aktuellen Projekt „Mut zum Hinsehen“ stellt sich die Diözese Bozen-Brixen dem Thema auf eine aufrichtige Art und Weise. „Im Vergleich zu anderen bisherigen Ansätzen zielt dieses Projekt auf einen Veränderungsprozess, der von einer Zukunftsvision ausgeht. Diese Vision erfordert einen ehrlichen Blick in die Vergangenheit kirchlicher und gesellschaftlicher Lebens- und Rahmenbedingungen, die Missbrauch ermöglicht, gefördert und vertuscht haben“, so Gottfried Ugolini.

Jugendlicher Der Priester und Psychologe leitet den Dienst für den Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen der Diözese Bozen-Brixen. Dieser interdisziplinäre Fachbeirat hat sich zum Ziel gesetzt, aufzuklären und präventiv daran zu arbeiten, dass sexualisierte Gewalt und damit verbundener Machtmissbrauch nicht mehr passieren. Vor allem aber übernimmt er ernsthaft Verantwortung gegenüber den Opfern innerhalb der Glaubensgemeinschaft: Anstatt ausschließlich interne Entscheidungen zu treffen und somit die Taten zu verschleiern, will die Kirche nun ihr Wissen über strafbare Handlungen der Staatsanwaltschaft mitteilen. So können Gerichtsprozesse erwirkt und Täter und Mitwisser verurteilt werden. Denn um den zahlreichen Betroffenen ein Stück weit gerecht zu werden, bedarf es einer gründlichen Aufarbeitung des bereits Geschehenen mit entsprechenden Konsequenzen nach dem geltenden Recht.

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