Unser Essverhalten und seine Folgen
„Sobald wir unsere Gabeln heben, beziehen wir Position.“
Jonathan Safran Foer in „Tiere essen“
Wer heute lebt, müsste es eigentlich besser wissen. Das Bild von Landwirtschaft, das wir noch vielfach in unseren Köpfen haben, mag auf traditionelle Bauernhöfe unserer Heimat und auch anderswo zutreffen. Urige Höfe, nährstoffreiche Weiden und friedlich grasende Tiere, die den ganzen Tag draußen verbringen sind global gesehen längst Geschichte.
Der herkömmliche Bauernhof steht im krassen Gegensatz zur Massentierhaltung, in der heute der überwiegende Teil aller landwirtschaftlichen Nutztiere lebt – und das sind viele: Weltweit werden jährlich weit über 70 Milliarden Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde geschlachtet, am häufigsten Hühner, Puten und Enten. Zählt man Fische und andere Meerestiere dazu liegt die Zahl im Billionenbereich. Überall auf unserem Planeten gilt in den Tierfabriken ein eisernes Prinzip: Gut ist, was effizient ist und sich rechnet, ohne die weitreichenden ökologischen, gesundheitlichen und auch ethischen Folgen zu berücksichtigen – allein das unfassbare Tierleid schreit zum Himmel. 
Wir können uns nicht mehr mit Unwissenheit herausreden. Wir wissen, dass wir uns mit unserem wachsenden Hunger auf Fleisch in die eine oder andere Beziehung zu Nutztieren, Umwelt, kostbaren ökologischen Ressourcen, wertvollem Land, Artenvielfalt, Wasserverbrauch und letztlich der Klimakrise setzen. Was wir heute essen hat einen immensen Einfluss darauf, wie unsere Erde in den nächsten Jahrzehnten aussehen wird. Ethisch vertretbare und ressourcenschonende Essgewohnheiten machen einen großen Unterschied – für Menschen, Tiere und den Planeten.