Aktuelle Themen

Wer neugierig geworden ist und sich mit unseren Themen vertiefend auseinandersetzen möchte, hat hier die Gelegenheit dazu.

Orte des Wachsens

Die Kleinkindbetreuung im Pustertal hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Längst geht es in den Kleinkindertagesstätten (Kitas) nicht mehr nur um die reine Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Fragen an Sarah Unteregelsbacher und Ulrike Obermair, Verein „Die Kinderfreunde Südtirol“

Auf eurer Homepage findet man den Leitsatz „Unsere Kleinkindertagesstätten sind ein Ort des Wachsens und Entfaltens!“ Was bedeutet das für euch?
Der Leitsatz „Unsere Kleinkindertagesstätten sind ein Ort des Wachsens und Entfaltens“ bedeutet, dass jedes Kind in seiner Einzigartigkeit gesehen und individuell begleitet wird. Gerade in den ersten drei Lebensjahren machen Kinder enorme Entwicklungsschritte, die wir achtsam unterstützen und fördern möchten. Unsere Aufgabe ist es, eine sichere und liebevolle Umgebung zu schaffen, in der sich Kinder geborgen fühlen und neugierig die Welt entdecken können. Dabei geben wir ihnen Raum, eigene Erfahrungen zu sammeln, Beziehungen aufzubauen und erste Selbstständigkeit zu entwickeln. Deshalb: ein Ort zum Wachsen und Entfalten!

Was ist für euch ein rundum gelungener Tag mit den Kindern?

Ein gelungener Tag mit den Kindern ist für uns ein Tag, an dem sich jedes Kind gesehen fühlt. Wenn Kinder mit Neugier ihre Umgebung erkunden, Freude daran haben und eigene Entwicklungsschritte machen, die wir im Portfolio des Kindes festhalten und mit den Eltern teilen, zeigt uns das, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ein guter Tag lebt von einem ausgewogenen Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe, freiem Spiel und Struktur.

Mit wem arbeitet ihr zum Wohl der Kinder zusammen?
Wir arbeiten eng mit den Eltern als wichtigste Bezugspersonen des Kindes zusammen, denn eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft ist die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Darüber hinaus kooperieren wir bei Bedarf mit den Fachstellen wie Frühe Hilfen, Kinderärztinnen, Sozialsprengel sowie therapeutischen Diensten. So entwickeln wir unsere Arbeit ständig weiter. Wichtig ist uns dabei immer ein offener und transparenter Dialog im Sinne des Kindes.

Der Bachgeist

Wo ober dem Dorf sich’s Tal verengt, wo der Bach sich zwischen die Felsen drängt, do haust der Bachgeist im stoanernen Haus, er sauft hint’n is Wasser, speibt’s vorn wieder aus.

Rückhaltemauer Grünbach Kiens

 

Dann steigt ihm’s Wasser bis in die Aug’n, aber selbst dann tut er no auf ins schau’n, denn er isch a Geist, der is Wasser bricht, damit’s net in Kiens unt’n an Schad’n anricht’…
Und so isch’s gut, wenn der Geist dort drinn’ haust und wacht, dass der Bach net zu wild durch’s Dorf braust.
Josef Franz Mahlknecht

Von Kiens über Issing nach Mühlen führt ein steiler Weg durch das Grünbachtal hinauf zur Burg Schöneck. Entlang des Weges in einer Wasserschutzmauer wohnt der besungene Bachgeist. Die Menschen waren früher stark beeindruckt von der Macht des Wasserslaufes und einige, die sich auskennen, sind es auch heute noch: der Grünbach hat in der Vergangenheit wiederholt schwere Schäden im Ortskern von Kiens verursacht. 

Nach den katastrophalen Überschwemmungen der Jahrhundertflut von 1882 bauten Pioniere der Wildbachverbauung die ersten Schutzstrukturen am Grünbach. Dies waren Trocken- und Bruchsteinmauern sowie Holzkrainerwände mit eingebauten lebenden Pflanzen, die das Gehölz nachhaltig stabilisieren.Ohne Bagger wurden tonnenschwere Steine händisch und mithilfe von Pferden im unwegsamen Gelände zwischen Issing und Kiens verkeilt. Viele dieser über 100 Jahre alten Sperren sind überwachsen, bilden aber bis heute das stabile Fundament, auf dem die Beton- und Zyklopensperren der Wildbachverbauung aufbauen.
Vor circa fünfzig Jahren wurde die massive Rückhaltemauer mit drei Löchern errichtet. Wie ein gigantisches Sieb staut sie das bedrohliche Material im dahinterliegenden Becken auf und lässt nur das reine Wasser kontrolliert nach Kiens abfließen.

Der Vorhang geht auf

„Dieses Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, stärkt die Kinder weit über den Workshop hinaus.“

Fragen an Christine Lasta, Leiterin Stadttheater

Was wollt ihr den Kindern und Jugendlichen mitgeben? 
Wir möchten jungen Menschen einen Raum schenken, in dem sie sich ausprobieren dürfen – ohne Leistungsdruck, ohne Bewertung, dafür mit viel Neugier und Spielfreude. Theater ist ein wunderbares Werkzeug, um sich selbst besser kennenzulernen: die eigene Stimme, den Körper, die Fantasie, die Wirkung auf andere.
Gleichzeitig erleben die Kinder, wie wertvoll Zusammenarbeit ist. Sie entwickeln gemeinsam eine Geschichte, tragen Verantwortung füreinander und merken, wie aus vielen Ideen ein gemeinsames Stück entsteht.

Wie stark ist die Nachfrage für eure Sommerangebote? Wie geht ihr damit um?

Die Nachfrage ist enorm – meist sind alle Plätze innerhalb weniger Stunden vergeben. Das freut uns natürlich sehr, zeigt aber auch, wie groß der Bedarf an hochwertigen Sommerangeboten ist.

Was ist für euch das schönste Kompliment seitens der Kinder/Jugendlichen?
Von Kindern ist es das ehrlichste Kompliment, wenn sie sagen: „Ich will nächstes Jahr wiederkommen.“ Doch oft geht es noch weiter. Manchmal sehen wir in ihren Augen, dass sie etwas entdeckt haben, das ihnen vorher nicht bewusst war – Mut, Ausdruckskraft, Zugehörigkeit. Wenn ein Kind am letzten Tag fragt, ob der Workshop nicht noch eine Woche länger dauern kann, dann spüren wir, dass es sich in diesem kreativen Raum wirklich zuhause gefühlt hat. Dass es hier ein Stück von sich selbst gefunden hat, das im Alltag vielleicht keinen Platz bekommt.

Was ist für euch ein erfolgreicher Sommer?
Wenn die Kinder am Ende der zwei Wochen strahlen – stolz auf das, was sie geschaffen haben, und ein Stück gewachsen an sich selbst.
Wenn wir spüren, dass sie Mut gefasst haben, Neues auszuprobieren, und wenn sie mit einem Gefühl von Gemeinschaft nach Hause gehen, dann haben wir unser Ziel erreicht.
Und natürlich ist es auch ein Erfolg, wenn Eltern uns rückmelden, dass diese zwei Wochen für ihre Familien eine echte Entlastung waren. Dann wissen wir, dass Kunst und Alltag sich auf schöne Weise gegenseitig unterstützen.
 

Bildungsort im Wald

LandArt ist eine Einladung, die Natur als grenzenlose Kreativwerkstatt zu erleben. Werke aus natürlichen Materialien, in die Natur eingebettet und oft erst auf den zweiten Blick als Kunstwerk erkennbar, verbinden die Schönheit der Umgebung mit dem kreativen Feingespür von einheimischen Künstlern.

geflochtene Figur im WaldZwischen Bäumen, Wurzeln, Steinen und Moosen entfaltet sich ein besonderer Dialog zwischen Natur und Kreativität, der die Fantasie anregt und den Blick für das Wesentliche schärft. Wer aufmerksam den idyllischen Weg zwischen Pfalzen und dem Issinger Weiher entlang geht, wird die Umgebung mit völlig anderen Augen sehen. 

In einer verwachsenen Wurzel erscheint plötzlich ein Gesicht, ein bemooster Stein erinnert an ein schlafendes Tier, ein knorriger Ast wird zur Skulptur. Die Natur selbst liefert unzählige Bilder, die erst durch die eigene Vorstellungskraft sichtbar werden. So entsteht ein kreativer Prozess, der Menschen jeden Alters begeistert und zum genauen Hinsehen einlädt. 

 

 

Der LandArt-Weg in Pfalzen ist deshalb auch ein Ort der Bildung. Er vermittelt, dass Kreativität nicht nur in Ateliers entsteht, sondern überall dort, wo Menschen ihre Umgebung aufmerksam wahrnehmen. Der Weg inspiriert dazu, die eigene Fantasie zu entfalten, Perspektiven zu wechseln und die Natur als Quelle künstlerischer Ideen zu entdecken. So wird jeder Besuch zu einem Ausflug in die Welt der Kunst – und gleichzeitig zu einer neuen Begegnung mit der Landschaft, die uns umgibt.
Der respektvolle Umgang mit der Umwelt ist bei der Kunstform LandArt ein wichtiger Aspekt des künstlerischen Gestaltens. Die Werke fügen sich harmonisch in die Landschaft ein und greifen Materialien auf, die der Wald bereithält: Holz, Steine, Blätter oder Moos. Dadurch wird nicht nur das Verständnis für Kunst gefördert, sondern auch das Bewusstsein für natürliche Formen, Materialien und deren Schönheit.

My Summer

„Ein großes Dankeschön an alle Projektpartner und Betreuer:innen…“

Fragen an Lena Steger, Jugenddienst Dekanat Bruneck

Was macht für euch eine gute Sommerbetreuung aus und was erwartet die Teilnehmer:innen bei euren Angeboten?
Eine gute Sommerbetreuung bedeutet für uns vor allem, Kindern und Jugendlichen eine abwechslungsreiche und unvergessliche Ferienzeit zu ermöglichen. Unsere Erlebniswochen stehen jeweils unter einem bestimmten Schwerpunktthema, rund um das ein buntes Programm gestaltet wird. Dazu gehören Spiele, kleine Experimente, kreative Aktivitäten oder Ausflüge. Besonders wichtig ist uns dabei die Natur: Viele Programmpunkte finden draußen statt – im Wald, auf Wiesen oder bei gemeinsamen Entdeckungstouren. So können die Kinder die Umgebung aktiv erleben, sich bewegen und neue Dinge ausprobieren. Wichtig ist uns außerdem eine offene und wertschätzende Atmosphäre, in der viele schöne gemeinsame Erlebnisse entstehen.

Mit wem arbeitet ihr zusammen?

Unsere Sommerangebote entstehen in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gemeinden sowie mit der Familienagentur des Landes Südtirol. Eine zentrale Rolle spielt außerdem unser engagiertes und pädagogisch ausgebildetes Betreuerteam, das die Erlebniswochen vorbereitet und die Kinder während der gesamten Zeit mit viel Freude, Verantwortungsbewusstsein und Kreativität begleitet. An dieser Stelle möchten wir ein großes Dankeschön an alle Projektpartner und Betreuer:innen aussprechen – ohne ihr Engagement und ihre Unterstützung wäre ein Projekt wie dieses nicht möglich.

Was ist für euch ein erfolgreicher Sommer?
Ein erfolgreicher Sommer ist für uns dann erreicht, wenn Kinder und Jugendliche mit Freude teilnehmen und am Ende der Woche mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause gehen. Wenn sie neue Erfahrungen sammeln, ihre Stärken entdecken und gemeinsam eine besondere Ferienzeit erleben, ist das für uns das schönste Ergebnis. Besonders freut es uns, wenn Kinder im nächsten Jahr wieder dabei sein möchten oder noch lange von ihren Erlebnissen erzählen. Dann wissen wir, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat.

Waldwunder

Der Wald ist ein wundersames Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren, Gestein und Wasser. Durch ätherische Duftstoffe, Nebel und Farben im Wald ergibt sich für uns ein Konzert von mystischen Sinneseindrücken.

Wald1845 baute sich Henry David Thoreau eine Hütte im abgeschiedenen Wald von Massachusetts. Er führte ein Leben in Isolation und schrieb ein Tagebuch, das zu „Walden“ wurde, einem der einflussreichsten Werke der amerikanischen Literatur. Dessen Grundfrage lautet: Wie soll und will ich leben? „Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte.“ Sein Rückzug ermöglichte es ihm, der Natur und sich selber näher zu kommen. 

 

In der Umgebung von Bäumen verbessert sich nicht nur unser Durchatmen, auch die Psyche wird gestärkt. Die Farbe Grün beruhigt uns, der Wald schärft unsere Sinne, er lehrt uns zu riechen und zu hören, zu fühlen und zu sehen. Der Wald ist ein wunderbarer Kosmos, in dem der Mensch sich als Teil der Natur wahrnimmt. Hier wird uns klar, dass es im Interesse des Menschen ist, dieses wertvolle Gut zu bewahren. 1982 regte die staatliche japanische Forstbehörde an, Ausflüge in den Wald als Bestandteil eines guten Lebensstils zu fördern. „Shinrin Yoku“, zu Deutsch „Waldbaden“, wird vom japanischen Gesundheitswesen als Anti-Stress-Verfahren gefördert. Wissenschaftler haben auch entdeckt, dass der Aufenthalt im Wald wie eine Aromatherapie wirkt. Durch das Einatmen der ätherischen Öle, die die Bäume in die Luft abgeben, wird unser Immunsystem gestärkt. Dieses Wissen ist auch bei uns schon seit Generationen bekannt. Im Wald holen wir uns Kraft und wir erfrischen uns, wir spüren den eigenen Wurzeln nach. Der Wald ermöglicht uns eine Begegnung mit uns selbst – und mit der Natur.

Nachbarschaft

Im Alltag klingt der Begriff selbstverständlich, aber er trägt eine wichtige Bedeutung in sich. Nachbarschaft entsteht dort, wo Menschen ihren Lebensraum miteinander teilen – in einer Straße, einem Haus, einem Dorf oder einer Stadt. Ob wir wollen oder nicht: Wir leben nie ganz für uns allein.

Nachbarschaft ist mehr als ein bloßes Nebeneinander. Sie kann zu einem wertvollen Miteinander werden. Oft sind es kleine Zeichen, die eine Gemeinschaft stärken: ein freundlicher Gruß, eine kurze Nachfrage, ob alles in Ordnung ist, oder das Angebot, bei einer Besorgung zu helfen.

 

zwei Personen sprechen miteinanderÄltere Menschen freuen sich über Unterstützung im Alltag, Familien sind dankbar für eine helfende Hand, und Menschen, die neu in einen Ort ziehen, finden durch offene Nachbarn leichter Anschluss. In schwierigen Zeiten, wenn Krankheit, Sorgen oder persönliche Herausforderungen das Leben erschweren, zeigt sich der wahre Wert einer lebendigen Nachbarschaft. Dabei geht es nicht darum, ständig füreinander verfügbar zu sein oder die Probleme anderer zu lösen. 
Gute Nachbarschaft entsteht dort, wo Menschen bereit sind, hinzusehen, zuzuhören und bei Bedarf Unterstützung anzubieten. Oft genügt schon das Wissen, dass jemand in der Nähe ist, der im Notfall helfen würde. Wenn Menschen anonym leben, Kontakte häufig digital entstehen und das Leben schneller wird, werden Orte, an denen echte Begegnungen möglich sind, umso wertvoller. Nachbarschaft schafft genau solche Räume. Sie verbindet Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und Lebensweisen. 
Vielleicht beginnt gute Nachbarschaft mit einer einfachen Frage: „Kann ich Ihnen helfen?“ Aus solchen Momenten wachsen Beziehungen, die das Zusammenleben bereichern und einen Ort lebenswerter machen. Denn Nachbarschaft ist nicht etwas, das einfach vorhanden ist – sie entsteht durch die Menschen, die sie jeden Tag mit Leben füllen. Sie ist ein wertvolles Fundament für Zusammenhalt, Menschlichkeit und gegenseitige Unterstützung.

Der Weg unseres Wassers

Wasser begleitet uns jeden Tag, es ist die Grundlage allen Lebens. Ob beim Zähneputzen, Duschen, Kochen oder beim Kaffee am Morgen - im modernen Haushalt nutzen wir es ständig.

Der Weg des Wassers bei uns in den Alpen beginnt oft als Schnee oder Eis in den hochgelegenen Bergregionen. Im Winter speichern Schneedecken und Gletscher große Mengen an Wasser. Mit steigenden Temperaturen im Frühling und Sommer schmilzt dieses Eis und gibt das Wasser langsam wieder frei. 
Das Schmelzwasser sammelt sich in kleinen Rinnsalen und Bächen, die sich zu größeren Gebirgsflüssen vereinen. Auf seinem Weg talwärts durchquert das Wasser Wälder, Wiesen und Täler. Ein Teil versickert im Boden und wird zu Grundwasser, der andere Teil fließt weiter in Flüsse und Seen. Gleichzeitig verdunstet ein Teil des Wassers durch die Wärme der Sonne. Der Wasserdampf steigt auf, bildet Wolken und fällt später als Regen oder Schnee wieder in den Alpen nieder. So schließt sich der Wasserkreislauf.

Wasser fließt in HändeMenschen, Tiere und Pflanzen werden mit lebensnotwendigem Wasser versorgt. Seit Jahrtausenden sind Landschaft und Kultur davon geprägt. Früher war fließendes Wasser keine Selbstverständlichkeit. Alte Almhütten erinnern noch heute daran. Vor vielen Häusern stand ein Wassertrog, aus dem Menschen und Tiere Wasser holten. Das Wasser kam direkt aus einer Quelle, zuerst über einfache Wasserläufe, später durch Holz- oder Eisenrohre. Die Menschen suchten gute und zuverlässige Quellen, damit die Versorgung auch in trockenen Zeiten gesichert war.
Heute bringen moderne Leitungen frisches Trinkwasser direkt in unsere Häuser. Wir drehen den Wasserhahn auf und erwarten, dass jederzeit sauberes Wasser fließt. Erst wenn kein Wasser kommt oder es verschmutzt ist, merken wir, wie wertvoll es ist. Der Weg des Wassers in den Alpen ist ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Gleichgewichts. 

Gut lesen – lernen – leben

Bibliothek und Bildungsausschuss – Was haben Bibliotheken und Bildungsausschüsse gemeinsam? Die ersten zwei Buchstaben. Richtig! Und sonst?

Beide verfolgen ein Ziel: Kinder, Jugendliche und Erwachsene beim Lesen und beim Lernen zu unterstützen, mitten im Leben. Und sonst? Was können sie besonders gut gemeinsam, diese beiden Einrichtungen? Dörfliche Bildungsarbeit passiert über Bildungsausschüsse und über und in Bibliotheken. Während der Bildungsausschuss eine Institution ohne Dach ist, ist die Bibliothek immer auch ein Gebäude. Ein Ort, an dem Kultur, Bildung und Soziales passieren. Wenn sich beide zusammentun, dann entsteht wirklich Gutes.

lesendes KindManche meinen ja, das Lesen sei überflüssig. Das Gegenteil ist der Fall, denn es ist wichtiger denn je. Die vielen digitalen Texte, denen wir begegnen, müssen wir auch verstehen, Konzentration braucht es mindestens genauso viel wie beim Lesen eines Buches. Bildung durch Lesen erweitert den Horizont und macht Lust sich weiterzubilden. Diesen Zusammenhang herzustellen, das ist gemeinsame Aufgabe von Bildungsausschuss und Bibliothek. Damit die Zusammenarbeit funktioniert, braucht es Köpfe, die gemeinsame Sache machen und – auch wichtig – eine weitsichtige und vertrauende Gemeindeverwaltung, die Kultur, Bildung und Soziales als Werte im Dorf erkennt und anerkennt. Das gemeinsame Ziel von Bildungseinrichtungen und Bibliotheken, nämlich das Lernen und Lesen zu fördern, findet einen wichtigen Ausdruck in der Sommerleseaktion „Liesmich – Leggimi“ – gefördert von der deutschen und italienischen Kulturabteilung.

Noch bis zum 31. Oktober können Jugendliche ab 11 Jahren und Erwachsene (ohne Altersbegrenzung) aus einer Auswahl von 80 Büchern (deutsch/italienisch) lesen. Die Teilnehmer registrieren sich auf der Webseite www.liesmich.bz.it, geben Kommentare zu den Büchern ab, beantworten Quizfragen und können dabei Preise gewinnen. 

Gesichter der Bildungsausschüsse

Sie wollen etwas bewegen in ihren Dörfern, fördern die Gemeinschaft und sensibilisieren für verschiedene Themen. BIWEP als Bezirksservice Weiterbildung macht Menschen, die sich zum Teil seit vielen Jahren im Bildungsausschuss engagieren, sichtbar.

Sie beschäftigen sich mit der Kultur und mit der Geschichte im eigenen Dorf. Sie gehen gesellschaftspolitischen Fragen nach und befassen sich mit einer ökosozialen Denk- und Lebensweise, die für uns alle und vor allem auch für die nachfolgenden Generationen unverzichtbar ist. Bei den aktuellen Vollversammlungen der Pustertaler Bildungsausschüsse wird einmal mehr aufgezeigt, was das Ehrenamt alles leistet. 

Mit einem begrenzten Budget und unter Beteiligung sämtlicher Vereine im Dorf entstehen oft erstaunliche Projekte und Initiativen. Das alles geht nur mit vielen ehrenamtlich tätigen Menschen, die ihre Zeit und Energie aktiv ins Dorfleben einbringen und – wie sie sagen – Vieles wieder zurückbekommen. 

Rita Hellweger, Mitglied im Bildungsausschuss Rasen Rita Hellweger

„Das Highlight bei uns im Bildungsausschuss war das Repair Café. Das hat mir besonders gut gefallen, weil die Leute das einfach geschätzt haben und wir die Leute auf viele Ideen gebracht haben: Dass man nicht alles wegwerfen muss, dass man auch Sachen richten kann. Wir werden noch mehrere Projekte machen. Die Freude kommt immer auf einen zurück.“

Monika Gatterer, Vorsitzende des Bildungsausschusses St. Lorenzen Monika Gatterer

„Der Wunsch, eine Sonnenuhr an einem öffentlichen Gebäude anzubringen, das war mein Anliegen an den Bildungsausschuss St. Lorenzen damals. Das hat dann Kreise gezogen und seither engagiere ich mich dabei. Was sollte man mitbringen? Kontaktfreudig sollte man sein!“

BIWEP – Bildungsweg Pustertal
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