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Wer neugierig geworden ist und sich mit unseren Themen vertiefend auseinandersetzen möchte, hat hier die Gelegenheit dazu.

Mama, Papa, Handy, Kind

„Wir lernen in Beziehungen, wenn wir emotional in Kontakt sind.“

Karl Heinz Brisch – Psychiater, Neurologe und Bindungsforscher – befasst sich mit der Frage, wie digitale Medien die Eltern-Kind-Beziehung beeinflussen. Seine Antwort fällt deutlich aus: Kaum etwas hat heute so einen starken Einfluss auf die kindliche Entwicklung wie ein Smartphone. Smartphones kommen in den Familien vermehrt als Babysitter, Beruhiger und Stressregulator für Babys und Kleinkinder zum Einsatz – gezielt und Tag für Tag. Somit verändern die digitalen Geräte, wie sich die Kleinen entwickeln.

Baby mit Smartphone

Die Bindungstheorie ist eines der am besten erforschten Gebiete der Entwicklungspsychologie. Der zentrale Satz rund um John Bowlby aus den 1950er Jahren lautet, dass Kinder nur gedeihen, wenn sie in den liebevollen Blicken ihrer Eltern gespiegelt werden. So erfahren sie Geborgenheit, Zuwendung und Urvertrauen. Babys brauchen also Bezugspersonen, die feinfühlig auf ihre Signale reagieren und emotional verfügbar sind. Dadurch entsteht eine sichere Bindung zwischen den Eltern und ihrem Kind. Aber was passiert, wenn sich Kinder – anstatt an Mama und Papa – mehr und mehr an das Handy binden, weil sie damit getröstet und ruhig gestellt werden?

Es bedeutet – kurz gesagt – nichts anderes als Stress. Fehlende Zuwendung in der frühen Kindheit wirkt sich nicht nur auf die seelische Gesundheit aus, Dauerstress schadet auch dem kindlichen Gehirn. Was Kinder in den ersten Lebensjahren lernen und erfahren, prägt sie für den Rest des Lebens. Diese Zeit erfordert daher besonders feinfühlige Beziehungen zwischen Mama, Papa und Kind – ohne Handy.

Raus mit euch!

„Kinder erinnern sich nicht an den schönsten Tag vor dem Fernseher.“

Arne Winter

Stundenlang feuchte Erde zwischen den Zehen spüren, im eiskalten Wasser treten, mit Freunden Staudämme bauen, Tiere beobachten und auf Bäume klettern – allesamt klassische Erlebnisse aus unserer Kindheit. Doch als hätten wir vergessen, wie naturverbunden und frei wir selber aufgewachsen sind, muss heute oft das TÜV-geprüfte Trampolin im Garten die wilden Abenteuer in der Natur ersetzen. Zwar sind wir uns alle einig darüber, dass draußen spielen gesund ist, aber muten es unseren eigenen Kindern vielfach nicht mehr zu – schon gar nicht alleine, unbeaufsichtigt und außer Sichtweite. Dabei wollen sich Kinder nach wie vor ausprobieren und ihre Grenzen testen.

Vater und Sohn wandern über eine Wiese

Sie wollen selber erfahren, was das Leben alles ausmacht und sich zu Abenteuern aufmachen, die Spaß machen und sie tief berühren, sodass sie unvergesslich werden. Kinder benötigen Raum und Freiheit, um sich zu entfalten und – wir alle wissen es aus eigener Erfahrung – nichts eignet sich besser dafür als das freie Spielen und Herumstromern in der Natur. Erlebnisse draußen in der Natur werden von Erwachsenen und älteren Jugendlichen oft als die besten Kindheitserinnerungen genannt – sogar dann, wenn sie sich damals als Kinder über diese Ausflüge beschwert haben. Denn sie haben etwas erlebt, das die Ablenkungselektronik auf ihren Handys und Spielkonsolen und all die Stunden vor dem Fernseher niemals leisten können: echte Abenteuer, die mit allen Sinnen spürbar sind und als die schönsten Tage in Erinnerung bleiben.

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